Gute Schule – was ist das eigentlich?

Diese Frage beschäftigt mich schon lange in meinem Lehrerdasein und wird in meiner abschließenden Masterarbeit meines berufsbegleitenden Studiums thematisiert. Zum Thema Schulqualität begegneten mir im Laufe der Zeit unterschiedlichste subjektive Sichtweisen verschiedener Akteure der Schule (Schulaufsicht, Lehrer, Eltern, Schüler) – Grund genug sich mit systemischer Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Schule genauer auseinanderzusetzen.

Um die Qualität an österreichischen Schulen zu sichern, hat das Bundesministerium für Bildung (BMB) die Initiative Schulqualität Allgemeinbildung (SQA) ins Leben gerufen. Sie ist seit 2012 gesetzlich verankert.

§18 des Bundes-Schulaufsichtsgesetzes sieht vor:

  • eine Definition und Beschreibung von Schulqualität
  • ein periodisches Planungs- und Berichtwesen auf allen Ebenen
  • Instrumente für Steuerung und (Selbst-) Evaluation
  • Unterstützungsangebot für Schüler

§56 des Schulunterrichtsgesetzes sieht als Aufgabe der Schulleitung vor:

  • Schulleitung und -management
  • Qualitätsmanagement
  • Schul- und Unterrichtsentwicklung
  • Führung und Personalentwicklung

Die Umsetzung dieser Vorgaben soll mit SQA gewährleistet werden. SQA versteht sich als Methode und Werkzeug für die handelnden Personen auf allen Ebenen des Schulsystems, um die Qualität ihres Tuns und die Ergebnisse zu optimieren.

Laut des BMB steht das Lernen und Lehren im Fokus und wird von professioneller Kooperation und „Schulentwicklung mit Plan“ unterstützt. Evaluation, Feedback, Vereinbarungskultur und dialogische Führung spielen in diesem fortwährenden Prozess eine wichtige Rolle. Entwicklungspläne (EP), Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche (BZG) als Mittel der Rechenschaftslegung mit Blick auf das Wesentliche sollen eine systemumfassende Qualitätsentwicklung bewirken. Durch Vereinbarung, Verbindlichkeit und Teamarbeit soll sich Schule kontinuierlich weiterentwickeln und zu einer „lernenden Schule“ werden, die sich selbst steuert, reflektiert und organisiert (http://www.sqa.at/course/view.php?id=181).

Seit 2013 bin ich SQA-Schulkoordinatorin der VS am Tabor in Neusiedl am See und engagiere mich für Qualitätsentwicklung an unserer Schule. Durch zahlreiche Fortbildungen und die Vernetzung mit anderen SQA-Koordinatoren konnte ich verschiedene theoretische und praktische Einblicke in die Thematik bekommen.

Während meiner Tätigkeit konnte ich sehr unterschiedliche Auffassungen der Anwender von SQA auf verschiedenen Organisationsebenen des Schulsystems beobachten, meine Wahrnehmung reicht von hoher Begeisterung bis zu wenig Akzeptanz. Ich persönlich sehe in der Initiative SQA viel Potenzial für eine professionelle Schulentwicklung. Die Umsetzung von SQA, die Koordination der Arbeiten am EP der Schule und das BZG stellen meine Kolleginnen/Kollegen und mich jedoch immer wieder vor neue Herausforderungen.

Mit meiner Masterarbeit möchte ich daher die Anwendung des EPs und des BZGs, als zentrale Steuerungselemente von SQA an ausgewählten Volksschulen in der Praxis darstellen, ihre Wirksamkeit im Hinblick auf die Schulentwicklung am jeweiligen Standort erforschen und durch eine Stärken-/ Schwächenanalyse Verbesserungs- bzw. Unterstützungspotenziale identifizieren.

In der Arbeit gehe ich nach Klärung grundlegender Begriffe zu SQA auf den „State of The Art“ in der Schul- und Qualitätsentwicklung ein. Mit Hilfe von Experteninterviews und deren Auswertung mit der „Zusammenfassenden Inhaltsanalyse“ nach Mayring werde ich im empirischen Teil drei Sichtweisen durch die Methode der Triangulation zusammenführen, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen:

  1. Schulaufsicht (Erlässe des BMB, Pflichtschulinspektor)
  2. Schulleiter/innen
  3. SQA-Koordinator/innen

Im Hinblick auf die Thematik „Gute Schule“ ist für mich eine Sache jedenfalls jetzt schon klar:

Die Notwendigkeit von Qualitätssicherung (…) ist nicht (mehr) umstritten. Dass Zielklarheit und Erfolgskontrolle in jedem System nötig sind, das erfolgreich operieren soll, steht außer Frage.“ (Ditton, 2008, Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft 53, S.49)

 

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